Reisebericht Dr. Peter Schwidtal

Datum: 14.11.2017

Von seiner nur fünftägigen Reise im November zurückgekehrt, gibt Dr. Peter Schwidtal<...

Weiterlesen ...

Senta Berger in Eritrea

Datum: 14.11.2017

In Kooperation mit der Stiftung „RTL – Wir helfen Kindern“ reiste unsere Schirmher...

Weiterlesen ...

Gute Fortschritte in Doroq

Datum: 27.09.2017

Der Schulumbau in Doroq schreitet voran!

...

Weiterlesen ...

Ohne die Hilfe internationaler Teams gäbe es keine spezialisierte kinderchirurgische Versorgung im Land. Immerhin gewährleisten einheimische Chirurgen eine Notfallversorgung, z.B. bei Appendizitis, Darmverschluss oder Infektionen und, soweit es die Ressourcen zulassen, auch eine elektive Behandlung von Kindern mit Leisten- und Nabelbrüchen oder einem Hodenhochstand. Eingriffe bei Neugeborenen oder Säuglingen werden, nicht zuletzt aus anästhesiologischen Gründen, von ihnen kaum oder gar nicht durchgeführt.

Zwangsläufig verbleibt eine große Zahl an Kindern mit häufigen chirurgischen Krankheitsbildern des Kindes- und Jugendalters, die aufgrund des großen landesweiten Vorkommens nicht in ausreichender Zahl von den einheimischen Kollegen versorgt und uns Kinderchirurgen vorgestellt werden. Darunter sind auch Patienten mit Interimsversorgungen, wie z.B. ein im Notfall angelegter künstlicher Darmausgang, die so abzuklären und kausal zu therapieren sind, dass sie von ihren krankmachenden Problemen geheilt und ein möglichst normales Leben führen können. Kinder mit angeborenen Fehlbildungen des Magen-Darmtraktes, der Harnwege, des Skelettes oder der Weichteile müssen frühzeitig, mitunter schon nach der Geburt, operativ versorgt werden. Hier kann die Anwesenheit eines kinderchirurgischen Teams samt seiner Kinder-Anästhesisten segensreich sein, weil die betroffenen Kinder mit ihren Problemen sonst chancenlos sind. Eine noch komplexere Gruppe stellen Patienten mit Tumoren verschiedener Lokalisationen dar, die zu diagnostizieren und, wenn chirurgisch möglich, vor Ort zu therapieren sind.

Die Frequenz solcher spezialisierter Eingriffe birgt die Verpflichtung zur Nachsorge, die von den Teams in den jeweiligen Aufenthalten gewährleistet wird. Die Patienten werden dazu gezielt wieder einbestellt und reisen auch aus entfernteren Regionen des Landes zuverlässig an. Eingebunden in alle Tätigkeiten werden, wenn immer möglich, jüngere einheimische Chirurgen, auch wenn es bislang keine eigenständige kinderchirurgische Weiterbildung im Land gibt.
Die Anwesenheit qualifizierter Teams muss über das Jahr verteilt werden und Zeitspannen von wenigstens 2-3 Wochen vor Ort abdecken, Zeit genug für jeweils 50-80 operative Eingriffe.

Kinderchirurgische Teams aktuell:
1.    Prof. Christian Lorenz / Dr. Henner Kolb (Bremen), Dr. Klaus Gattner (Kinderanästhesist, Lippstadt), begleitet von Ärztinnen der Bremer Klinik für Kinderchirurgie und –urologie (www.kinderchirurgie-bremen.de)
2.    Dr. Nina Kvist und ein Team aus Kinderchirurgen, Kinderanästhesisten, Schwestern und Pflegern des Rigshospital Kopenhagen, Dänemark
3.    Dr. Andreas Leutner und ein Team aus Kinderchirurgen, Kinderanästhesisten, Schwestern und Pflegern aus der Klinik für Kinderchirurgie und –urologie am Klinikum Dortmund

PROJEKTLEITUNG: Prof. Christian Lorenz | Dr. Henner Kolb

Medizinisch humanitäre Hilfe
für Kinder in Not

Seit Vereinsgründung 2010 engagiert sich ARCHEMED in dem kleinen Land am Roten Meer. Eritrea gehört seit 1994 zu den sog. Least Developed Countries (LDC), ein von den Vereinten Nationen definierter sozialökonomischer Status, der die 48 am wenigsten entwickelten Länder beschreibt („Vierte Welt“).

Nach 30 Jahren Befreiungskrieg von Äthiopien ist das Land innerlich ausgeblutet. Ein weiterer Krieg mit Äthiopien 1998-2000 und eine mehrjährige Dürrekatastrophe danach haben dem Land erneut sehr geschadet. Es herrscht Mangel an materiellen und humanen Ressourcen. Mangel kennzeichnet auch das eritreische Gesundheitswesen: Es gibt zu wenig Ärzte (< 1 Arzt pro 10.000 Einwohner), Schwestern und Hebammen. Frühgeborene und erkrankte Neugeborene hatten früher kaum eine Überlebenschance.

Vor unserem Einsatz gab es keine medizinische Versorgung für Frühgeborene und kranke Säuglinge und keine Kinderchirurgie. Kinder mit angeborenen Herzfehlern starben unerkannt und unbehandelt. Allerdings: Impfprogramme, Verbot der genitalen Beschneidung von Mädchen, Bekämpfung der HIV-Infektionen und nicht zuletzt die Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit im Sinne der Millenniumsziele der Vereinten Nationen sind in Eritrea erfolgreich und vorbildlich für ganz Afrika.