Reisebericht Dr. Schwidtal Dezember 2018

Datum: 08.01.2019

Im Dezember 2018 reiste Dr. Peter Schwidtal gemeinsam mit 5 Abgeordneten des Innenaussch...

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Lippstädter Second-Hand-Verkauf für ARCHEMED

Datum: 19.11.2018

Wie immer im November fand in der vergangenen Woche nun bereits zum 16. Mal der Lippstä...

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Neues FGM-Projekt

Datum: 06.11.2018

Die Meschederin Anne Rieden engagiert sich seit mehreren Jahren in Eritrea und setzt sic...

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Im Rahmen des EIDHR-Programms der Europäischen Union (European Instrument for Democracy and Human Rights) wird ARCHEMED seit dem 15.03.2015 für die Dauer von zwei Jahren mit einem Betrag von 97.000 Euro gefördert, gezielt gegen die weibliche Genitalverstümmlung in der Region Gash Barka, Eritrea, vorzugehen.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet weibliche Genitalverstümmelung, auch FGM (Female Genital Mutilation), sämtliche Eingriffe, bei denen ein Teil der äußeren weiblichen Geschlechtsorgane oder das gesamte äußere Genital entfernt wird. Unter Verstümmelung versteht man einen nicht medizinisch angezeigten Eingriff, der den Körper irreparabel verletzt. Der Eingriff findet meist vor der Pubertät statt, häufig bei Mädchen zwischen vier und acht Jahren, aber auch vermehrt bei Säuglingen, die erst wenige Tage, Wochen oder Monate alt sind.

Bei der genitalen Verstümmelung handelt es sich um schwerwiegende, äußerst gewalttätige Eingriffe in den Körper eines Kindes, die schwerste physische und psychische Schäden hinterlassen. FGM zählt zu den systematischsten und
 am weitesten verbreiteten Misshandlungen und Kinderrechtsverletzungen. Viele internationale Organisationen stufen die Beschneidung als Verletzung des Menschenrechts auf körperliche Unversehrtheit ein.

Seit April 2007 ist im afrikanischen Eritrea die Beschneidung weiblicher Genitalien verboten. Es ist ein Sieg für diejenigen, die seit Jahren gegen die grausame Tradition gekämpft haben. Doch um dem Problem wirklich beizukommen, muss die Bevölkerung außerhalb der Städte überzeugt werden, also der überwiegende Teil der fast fünf Millionen Eritreer. Im Sinne dieses konkreten Projektes „Stengthen the position of women in Eritrea - fight against female genital mutilation“ vermittelt ARCHEMED den eritreischen Frauen und Männern vor Ort ein Bewusstsein für die gesundheitlichen Risiken und Folgen von FGM. Ziel ist es, im Rahmen der Aufklärungsarbeit Vorkommen und Verbreitung der Genitalverstümmlung zu reduzieren und damit akute Komplikationen sowie langfristige Folgen für die Frauen und deren Familien zu vermeiden. Kenntnisse über die Gesetzeslage stärken die eritreischen Frauen in ihrem Recht und fördern die Gleichberechtigung der Geschlechter.

Bisher wurden lokale Gruppen aufgebaut, die sich aus Vertretern aller gesellschaftlichen Gruppen der Kommunen zusammensetzen. Diese Gruppen planen und organisieren die Aufklärungsarbeit in den Kommunen. So wurde bereits lokal in den Kommunen gegen FGM demonstriert. Gruppen von Frauen und Männern wurden in Trainings über die Risiken und Folgen von FGM informiert. Besonderes Augenmerk der Aufklärungsarbeit liegt auf der künftigen Elterngeneration. Dazu wird eine enge Kooperation mit der lokalen Schule aufgebaut, um bereits die Schüler über FGM zu informieren.

Unser Filmemacher Kai Gebel hat einen eindrucksvollen Film über unser Projekt erstellt.

Anne Rieden, Antje Thomas

Medizinisch humanitäre Hilfe
für Kinder in Not

Seit Vereinsgründung 2010 engagiert sich ARCHEMED in dem kleinen Land am Roten Meer. Eritrea gehört seit 1994 zu den sog. Least Developed Countries (LDC), ein von den Vereinten Nationen definierter sozialökonomischer Status, der die 48 am wenigsten entwickelten Länder beschreibt („Vierte Welt“).

Nach 30 Jahren Befreiungskrieg von Äthiopien ist das Land innerlich ausgeblutet. Ein weiterer Krieg mit Äthiopien 1998-2000 und eine mehrjährige Dürrekatastrophe danach haben dem Land erneut sehr geschadet. Es herrscht Mangel an materiellen und humanen Ressourcen. Mangel kennzeichnet auch das eritreische Gesundheitswesen: Es gibt zu wenig Ärzte (< 1 Arzt pro 10.000 Einwohner), Schwestern und Hebammen. Frühgeborene und erkrankte Neugeborene hatten früher kaum eine Überlebenschance.

Vor unserem Einsatz gab es keine medizinische Versorgung für Frühgeborene und kranke Säuglinge und keine Kinderchirurgie. Kinder mit angeborenen Herzfehlern starben unerkannt und unbehandelt. Allerdings: Impfprogramme, Verbot der genitalen Beschneidung von Mädchen, Bekämpfung der HIV-Infektionen und nicht zuletzt die Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit im Sinne der Millenniumsziele der Vereinten Nationen sind in Eritrea erfolgreich und vorbildlich für ganz Afrika.