Angeborene Fehlbildungen des Harn- und Genitaltraktes, Nierensteinleiden, Blasenerkrankungen, fehlangelegte Hoden oder Fehlbildungen des Penis sind die Hauptaufgaben der Kinderurologie unter der Leitung des Kinderurologen em. Prim. Univ. Doz. Dr. Marcus RICCABONA, ehemaliger Vorstand der Abteilung für Kinderurologie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern, Linz, Österreich.

So klären wir ab, ob die Kinder konservativ oder operativ zu behandeln sind, und führen vor allem Eingriffe durch, die bis dato in Ermangelung von spezialisierten Fachärzten nicht möglich waren. Viele Kinder haben Probleme mit dem Harnhalten, das geht bis zum ungehinderten Harnverlust durch eine offen liegende Blase bei Kindern. Diese nassen und äußerst unangenehm riechenden Kinder haben keine Zukunft in Eritrea, denn wer stinkt, ist vom Schulbesuch ausgeschlossen. Das bedeutet in der Folge, keine Chance in der Weiterbildung zu haben, kein normales Sozial- und Beziehungsleben führen zu können - ein Dahinvegetieren am Rande der Gesellschaft ist vorprogrammiert.   

Ziel ist es, zu unterscheiden zwischen unmittelbarer Machbarkeit und langfristiger Projektierung. Primär sind die Kinder im Urogenitaltrakt operativ und konservativ zu versorgen. Wesentlich vor Ort ist die Ausbildung der einheimischen chirurgisch tätigen Ärzte, des OP-Pflegepersonals (Anästhesietechniken, OP-Assistenz) und die Schulung des Personals und der Eltern auf der Kinderstation zur Verbesserung der postoperativen Pflege (Hygiene, Wundpflege, Verbände). Exakte EDV-Dokumentation (dazu wurde ein eigenes Programm für Operationen, Verlauf, Nachversorgung und Logistik entwickelt) liefert die Daten für Einsatzplanung und Ergebniskontrolle. Seit Ende 2015 haben wir einen gespendeten Lithotripter („Steinmaschine“) nach Asmara gebracht und sehr erfolgreich im Einsatz, der später auch von den einheimischen Fachleuten genützt werden sollte. Bis Ende 2018 haben wir insgesamt 170 Kinder erfolgreich damit behandelt.
In den letzten 15 Jahren hatten wir in Summe 29 Einsätze, dabei wurden 4.358 Kinder ambulant begutachtet, 1.188 Kinder operiert und 40 Kinder wurden bis 2015 in Linz operativ versorgt.

Projektleitung: em. Prim. Univ.-Doz. Dr. Marcus RICCABONA, Linz (A)